Schwingen

Die Landjugend geht neue Wege und hat ihren Sport gefunden. Nach alter Tradition und Schweizer Vorbild gibt es seit 2010 das Schwingen in Vorarlberg. Schwingen, aber auch das im Alpenland traditionelle Ranggeln, ist eine alte tiefverwurzelte Kampfart, bei der sich zwei Kontrahenten nach Regeln messen können und die ideale Möglichkeit für die sportbegeisterte Landjugend, Spaß und Sport zu verbinden.


Und so wurde zum ersten Vorarlberger Schwingerfest aufgerufen. Eine Sportart, die in der Schweiz bei nur einem Wettkampf bis zu 200.000 Menschen begeistert, muss man nach Vorarlberg holen, dachte sich der Präsident des Vorarlberger Ringerverbandes, Reinold Hartmann. Um dieses ehrgeizige Ziel zu realisieren, kontaktierte er die Landjugend Vorarlberg. Diese galt Hartmann als idealer Ansprechpartner. Die Landjugend war auch prompt bereit mitzumachen. Die 19-jährige Rosa Kohler aus Sulzberg, Leiterin der Landjugend Vorderwald, klärt über die Beweggründe, die zur Zusammenarbeit geführt haben, auf: „Reinold ist auf uns zugekommen und hat uns von seinen Ideen und von der Sportart erzählt, vor allem die Verbindung mit einer bäuerlichen Tradition hat uns natürlich angesprochen.“

 

Der Schweizer Nationalsport Schwingen

Wann genau diese Variante des Ringens entstand, ist unbekannt. Wie der Sport funktioniert, ist dagegen schnell erklärt: Zwei Kontrahenten greifen sich an den Jute-Hosen und versuchen, sich im mit Sägemehl gepolsterten Ring gegenseitig auf den Rücken zu zwingen. Die erste bildliche Darstellung zweier Männer, die sich an den Hosen packen, entstammt dem 13. Jahrhundert und ist in der Kathedrale von Lausanne zu bewundern.


Der Hosenlupf war in der mittelalterlichen Schweiz ein fester Bestandteil der bäuerlichen Festkultur. Nach kirchlichen Verboten führte der Hosenlupf in der Folge ein Schattendasein. Erst im Zuge der napoleonischen Herrschaft über die Schweiz erlangte das Schwingen als identitätsstiftendes Moment zunehmend wieder an Bedeutung.


Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Schwingen auch in den Städten immer beliebter, und 1895 gründete sich der Eidgenössische Schwingerverband. Trotzdem blieb diese Sportart bis zum heutigen Tag mit der bäuerlichen Tradition verbunden. Tradition ist auch ein gutes Stichwort: Es gibt bei Wettkämpfen nur Sachpreise zu gewinnen.

 

Regeln

Der Kampf wird auf einer kreisförmigen, 7 – 14 m durchmessenden, mit 23 m³ Sägemehl gepolsterten Fläche ausgetragen. Die zwei Gegner tragen über ihren Kleidern eine kurze, aus Jute gearbeitete Hose. Die beiden Kontrahenten greifen sich nun an dieser Hose und versuchen den Gegner durch das Anbringen von „Schwüngen“ auf den Rücken zu zwingen. Der Sieg ist gültig, falls der überlegene Schwinger den Unterlegenen mit mindestens einer Hand an der Schwinghose festhält und der Unterlegene den Boden mit beiden Schulterblättern oder mindestens zwei Dritteln des Rückens berührt. Nach dem Ende des Kampfes wischt traditionsgemäß der Sieger dem Verlierer die Sägemehlspäne vom Rücken. Geht eine Runde unentschieden aus, so ist der Kampf „gestellt“.

 

In Vorarlberg wurden die Regeln angepasst und durch diverse Griffverbote wurde manches aus gesundheitlichen Aspekten entschärft. Nur Mitglieder der Landjugend können in der Hauptklasse in den Kreis, für alle anderen ist ein Start in der Gästeklasse möglich.

 

Begeisterung und Faszination für den Sport sowie bäuerliche Tradition ergeben das Schwingen und treffen in Vorarlberg ins Schwarze. 

 

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